Zitate von Dr. Frank-Walter Steinmeier
Ein bekanntes Zitat von Dr. Frank-Walter Steinmeier:
Guten Abend Ihnen allen an diesem zweiten Ostern in der Pandemie.
Vor einem Jahr hatten wir uns aufs nächste Ostern gefreut, auf einen Frühling ohne Pandemie. Aber unsere Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil, die dritte Welle trifft uns gerade mit aller Härte.
Ich weiß, nach 13 Monaten helfen Durchhalteparolen nicht weiter. All die Appelle zu Geduld und Vernunft und Disziplin werden stumpf in diesen zermürbenden Zeiten. Ein Gefühl von Ohnmacht und Frust macht sich breit, und so kommt zu den Sorgen über Gesundheit, Schule, Arbeit, Wirtschaft eine weitere Dimension hinzu: eine Krise des Vertrauens. Vor allem deshalb wende ich mich heute an Sie.
Vertrauen - das beruht in einer Demokratie auf einer sehr fragilen Übereinkunft zwischen den Bürgern und ihrem Staat: Du, Staat, tust Deinen Teil; ich Bürger tue meinen. Ich weiß: Sie, die Bürgerinnen und Bürger, tun in dieser historischen Krise Ihren Teil! Sie leisten viel, und Sie verzichten auf viel. Bei manchen geht es im Lockdown längst nicht mehr um verlorenes Einkommen, es geht um die blanke Existenz. Umso mehr verstehe ich die Ungeduld, den Frust über die Rückschläge der vergangenen Monate. Es ist viel getan worden, auch viel gelungen. Trotzdem: Es gab Fehler - beim Testen, beim Impfen, bei digitalen Lösungen.
Die Pandemie hält unserem Land den Spiegel vor: der Hang zum Alles-regeln-Wollen, unsere Angst vorm Risiko, das Hin- und Herschieben von Verantwortung. Wie wir das ändern und wie wir auch unsere Institutionen krisentauglicher machen, all das wird aufzuarbeiten sein. Jetzt aber sind wir mitten in der dritten Welle! Und jetzt braucht es alle Kraft von allen Seiten, um sie zu brechen.
Die nächsten Wochen werden noch einmal herbe Einschränkungen fordern, das wissen Sie so gut wie ich. Umgekehrt will ich Ihnen versichern: So wie die Pandemie Ihnen viel abverlangt, so dürfen Sie auch viel von der Politik verlangen. Ihre Erwartung an die Regierenden ist klar: Rauft euch zusammen!
Natürlich gibt es nicht den einen Königsweg heraus aus der Pandemie. Und deshalb braucht es den politischen Streit - aber der Streit darf nicht zum Selbstzweck werden. Bund oder Land, Partei oder Koalition, Umfragen rauf oder runter, das darf jetzt nicht die Hauptrolle spielen! Wir brauchen Klarheit und Entschiedenheit, wir brauchen verständliche und pragmatische Regelungen, damit die Menschen Orientierung haben, damit dieses Land wieder das aus sich herausholen kann, was in ihm steckt.
Doch seien wir ehrlich. Rauft euch zusammen! - das ist berechtigt, aber es reicht nicht. Raufen wir uns alle zusammen, liebe Landsleute! Holen wir raus, was in uns steckt! Empören wir uns nicht nur über die anderen oder über die da oben. Zeigen wir doch nicht ständig, was nicht geht, sondern dass es geht, wenn alle ihren Teil tun. Das ist mir wichtig, wenn ich von Vertrauen spreche. Denn am Ende ist Vertrauen in der Demokratie nichts anderes als dies: uns selbst vertrauen!
Und dafür haben wir jeden Grund. In Rekordzeit wurden Impfstoffe entwickelt - ganz wesentlich hier in Deutschland. Jetzt geht es weiter: Die Impfstofflieferungen ziehen in den kommenden Wochen kräftig an, die Produktion in Europa wird ausgebaut, die Hausärzte steigen jetzt ins Impfen ein. Ich habe vorgestern meine erste Impfung erhalten, und ich vertraue allen - ich betone: allen - in Deutschland zugelassenen Impfstoffen. Das Impfen ist der wichtigste Schritt auf unserem Weg aus der Pandemie also nutzen Sie die Möglichkeiten! Machen Sie mit!
Leider ist der Weg länger als erhofft. Nicht nur für uns - viele unserer Nachbarn trifft es sogar noch deutlich härter. Manch andere sind weiter als wir. Am Ziel jedenfalls ist noch keiner. Und Bilanz sollten wir erst am Ende ziehen.
Wissen Sie noch? Vor einigen Monaten, nach der ersten Welle, da wollten wir uns schon mit Genugtuung als Pandemieweltmeister sehen. Und heute? Das glatte Gegenteil. Heute überbieten wir uns geradezu in Schwarzmalerei.
Ich frage mich: Warum muss es in Deutschland eigentlich immer der Superlativ sein
- himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt?
Die Wahrheit ist: Wir sind nicht Pandemieweltmeister, wir sind aber auch nicht Totalversager. Sondern wir sind die Bundesrepublik Deutschland. Wir zweifeln viel, aber wir können auch viel! Und aufs Können, nicht aufs Zweifeln, kommt es jetzt an.
Wir leben zusammen in diesem Land, und wir wollen gemeinsam eine gute Zukunft. Also: Haben wir doch Vertrauen in uns, und geben wir acht aufeinander!
Liebe Landsleute, für Christen bedeutet Ostern die Gewissheit, dass der Tod und das Bedrückende nicht das letzte Wort haben - und ein Fest der Hoffnung soll es für alle Menschen in unserem Lande sein. Zu dieser Hoffnung haben wir guten Grund. Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest.
Vor einem Jahr hatten wir uns aufs nächste Ostern gefreut, auf einen Frühling ohne Pandemie. Aber unsere Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil, die dritte Welle trifft uns gerade mit aller Härte.
Ich weiß, nach 13 Monaten helfen Durchhalteparolen nicht weiter. All die Appelle zu Geduld und Vernunft und Disziplin werden stumpf in diesen zermürbenden Zeiten. Ein Gefühl von Ohnmacht und Frust macht sich breit, und so kommt zu den Sorgen über Gesundheit, Schule, Arbeit, Wirtschaft eine weitere Dimension hinzu: eine Krise des Vertrauens. Vor allem deshalb wende ich mich heute an Sie.
Vertrauen - das beruht in einer Demokratie auf einer sehr fragilen Übereinkunft zwischen den Bürgern und ihrem Staat: Du, Staat, tust Deinen Teil; ich Bürger tue meinen. Ich weiß: Sie, die Bürgerinnen und Bürger, tun in dieser historischen Krise Ihren Teil! Sie leisten viel, und Sie verzichten auf viel. Bei manchen geht es im Lockdown längst nicht mehr um verlorenes Einkommen, es geht um die blanke Existenz. Umso mehr verstehe ich die Ungeduld, den Frust über die Rückschläge der vergangenen Monate. Es ist viel getan worden, auch viel gelungen. Trotzdem: Es gab Fehler - beim Testen, beim Impfen, bei digitalen Lösungen.
Die Pandemie hält unserem Land den Spiegel vor: der Hang zum Alles-regeln-Wollen, unsere Angst vorm Risiko, das Hin- und Herschieben von Verantwortung. Wie wir das ändern und wie wir auch unsere Institutionen krisentauglicher machen, all das wird aufzuarbeiten sein. Jetzt aber sind wir mitten in der dritten Welle! Und jetzt braucht es alle Kraft von allen Seiten, um sie zu brechen.
Die nächsten Wochen werden noch einmal herbe Einschränkungen fordern, das wissen Sie so gut wie ich. Umgekehrt will ich Ihnen versichern: So wie die Pandemie Ihnen viel abverlangt, so dürfen Sie auch viel von der Politik verlangen. Ihre Erwartung an die Regierenden ist klar: Rauft euch zusammen!
Natürlich gibt es nicht den einen Königsweg heraus aus der Pandemie. Und deshalb braucht es den politischen Streit - aber der Streit darf nicht zum Selbstzweck werden. Bund oder Land, Partei oder Koalition, Umfragen rauf oder runter, das darf jetzt nicht die Hauptrolle spielen! Wir brauchen Klarheit und Entschiedenheit, wir brauchen verständliche und pragmatische Regelungen, damit die Menschen Orientierung haben, damit dieses Land wieder das aus sich herausholen kann, was in ihm steckt.
Doch seien wir ehrlich. Rauft euch zusammen! - das ist berechtigt, aber es reicht nicht. Raufen wir uns alle zusammen, liebe Landsleute! Holen wir raus, was in uns steckt! Empören wir uns nicht nur über die anderen oder über die da oben. Zeigen wir doch nicht ständig, was nicht geht, sondern dass es geht, wenn alle ihren Teil tun. Das ist mir wichtig, wenn ich von Vertrauen spreche. Denn am Ende ist Vertrauen in der Demokratie nichts anderes als dies: uns selbst vertrauen!
Und dafür haben wir jeden Grund. In Rekordzeit wurden Impfstoffe entwickelt - ganz wesentlich hier in Deutschland. Jetzt geht es weiter: Die Impfstofflieferungen ziehen in den kommenden Wochen kräftig an, die Produktion in Europa wird ausgebaut, die Hausärzte steigen jetzt ins Impfen ein. Ich habe vorgestern meine erste Impfung erhalten, und ich vertraue allen - ich betone: allen - in Deutschland zugelassenen Impfstoffen. Das Impfen ist der wichtigste Schritt auf unserem Weg aus der Pandemie also nutzen Sie die Möglichkeiten! Machen Sie mit!
Leider ist der Weg länger als erhofft. Nicht nur für uns - viele unserer Nachbarn trifft es sogar noch deutlich härter. Manch andere sind weiter als wir. Am Ziel jedenfalls ist noch keiner. Und Bilanz sollten wir erst am Ende ziehen.
Wissen Sie noch? Vor einigen Monaten, nach der ersten Welle, da wollten wir uns schon mit Genugtuung als Pandemieweltmeister sehen. Und heute? Das glatte Gegenteil. Heute überbieten wir uns geradezu in Schwarzmalerei.
Ich frage mich: Warum muss es in Deutschland eigentlich immer der Superlativ sein
- himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt?
Die Wahrheit ist: Wir sind nicht Pandemieweltmeister, wir sind aber auch nicht Totalversager. Sondern wir sind die Bundesrepublik Deutschland. Wir zweifeln viel, aber wir können auch viel! Und aufs Können, nicht aufs Zweifeln, kommt es jetzt an.
Wir leben zusammen in diesem Land, und wir wollen gemeinsam eine gute Zukunft. Also: Haben wir doch Vertrauen in uns, und geben wir acht aufeinander!
Liebe Landsleute, für Christen bedeutet Ostern die Gewissheit, dass der Tod und das Bedrückende nicht das letzte Wort haben - und ein Fest der Hoffnung soll es für alle Menschen in unserem Lande sein. Zu dieser Hoffnung haben wir guten Grund. Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest.
Informationen über Dr. Frank-Walter Steinmeier
12. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland seit 19. 3. 2017, Rechtswissenschafter, SPD-Politiker, 1999 - 2005 Chef des Bundeskanzleramtes, 22.11.2005 - 28.10.2009 und 17.12.2013 - 27.1.2017 Bundesminister des Auswärtigen Amtes (Deutschland, 1956).
Dr. Frank-Walter Steinmeier · Geburtsdatum
Dr. Frank-Walter Steinmeier ist heute 69 Jahre, 2 Monate, 29 Tage oder 25.291 Tage jung.
Geboren am 05.01.1956 in Detmold
Sternzeichen: ♑ Steinbock
Unbekannt
Weitere 84 Zitate von Dr. Frank-Walter Steinmeier
-
Wir schauen auf die Türkei von heute nicht mit Hochmut und Besserwisserei. Wir wissen um die Lage der Türkei in Nachbarschaft der großen Krisenregionen Irak und Syrien. Wir verurteilen den versuchten Militärputsch im vergangenen Sommer. Aber: Unser Blick ist von Sorge geprägt, dass all das, was über Jahre und Jahrzehnte aufgebaut worden ist, in kurzer Frist zerfällt! Diese Sorge leitet meinen Appell: Präsident Erdogan, Sie gefährden all das, was Sie mit anderen aufgebaut haben! Glaubwürdige Signale der Entspannung sind willkommen. Aber: Beenden Sie die unsäglichen Nazi-Vergleiche! Zerschneiden Sie nicht das Band zu denen, die Partnerschaft mit der Türkei wollen! Respektieren Sie den Rechtsstaat und die Freiheit von Medien und Journalisten! Und: Geben Sie Deniz Yücel frei!
-
Wir spüren: Nach zwei Jahren Pandemie macht sich Frust breit, auch Enttäuschung, zunehmend Gereiztheit. Wir haben uns aufgerieben im Streit um den richtigen Weg, im Streit weit über die Politik hinaus: in den Betrieben, an den Schulen, unter Freunden, Kollegen, bis hinein in jede Familie. Die Pandemie hat tiefe Wunden geschlagen in unserer Gesellschaft. Ich möchte dabei helfen, diese Wunden zu heilen. (In seiner Rede nach der Wiederwahl zum Bundespräsidenten durch die 17. Bundesversammlung am 13. Februar 2022 in Berlin).
-
Zukunft ist kein Schicksal, dem Gesellschaften ausgeliefert sind - erst recht nicht die demokratischen!
-
Zur Klarheit gehört eines: Man mag viel diskutieren über die Gründe der wachsenden Entfremdung zwischen Russland und dem Westen. Nicht diskutieren kann man dies: Wir sind inmitten der Gefahr eines militärischen Konflikts, eines Krieges in Osteuropa. Und dafür trägt Russland die Verantwortung! (In seiner Rede nach der Wiederwahl zum Bundespräsidenten durch die 17. Bundesversammlung am 13. Februar 2022 in Berlin).
- ← Vorherige
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5 (current)
- Nächste →