Also sprach . . .
Beeindruckende Sätze von Deutschlands und Österreichs Bundespräsidenten und Bundeskanzlern und Bundeskanzlerin
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Manche sagen: Unsere Demokratie ist in der Krise. Da ist schon etwas dran. Nehmen wir nur einen zentralen Baustein der Demokratie, den Kompromiss. Er wird von manchen gerne von vornherein als halb, als lauwarm, als faul bezeichnet. Können wir uns das wieder abgewöhnen? (In seiner Rede nach der Angelobung vor der Bundesversammlung am 26. 1. 2023).
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Was bedeutet Kompromiss? Er bedeutet, dass zwei Standpunkte, nennen wir sie A und B, von denen, die sie jeweils innehaben, verlassen werden. Und gemeinsam ein neuer, gemeinsamer Standpunkt C gefunden wird. Eine gemeinsame Lösung. (In seiner Rede nach der Angelobung vor der Bundesversammlung am 26. 1. 2023).
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Ein Kompromiss führt zu einer Lösung. Das Beharren auf dem eigenen Standpunkt hingegen führt zu gar nichts. Es findet keine Entwicklung statt. Im schlimmsten Fall läuft dieses Beharren auf ein Entweder-oder hinaus, was letztlich nichts anderes bedeutet als eine Frontstellung, wo nichts weitergeht. (In seiner Rede nach der Angelobung vor der Bundesversammlung am 26. 1. 2023).
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Der Kompromiss, das Herzstück unserer Demokratie, ist also etwas Gutes! (In seiner Rede nach der Angelobung vor der Bundesversammlung am 26. 1. 2023).
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Lassen wir uns nicht einreden, es wäre ein gutes Geschäft, wenn wir die Macht unserer großen europäischen Gemeinschaft gegen die viel kleinere Macht der vermeintlichen nationalen Souveränität eintauschen. Am Ende wäre das nämlich ein Verlust für uns alle. Aber abgesehen von der schlechten Verhandlungsposition, in die eine Regression in einzelne europäische Staaten uns bringen würde: Welche der großen anstehenden Probleme könnte der Einzelstaaten? (Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg am 14. 2. 2017).
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Was könnten wir als Einzelstaaten konkret besser lösen? Alle großen Herausforderungen, seien es Flucht und Migration, Klimawandel und Energiepolitik, Arbeitslosigkeit und Armut, Krieg und Vertreibung, Gewalt und Terror, oder die digitale Transformation. All diese Probleme sind als Einzelstaaten zu lösen? Don't make me laugh. All das ist doch nur gemeinsam lösbar. (Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg am 14. 2. 2017).
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Wer, wenn nicht die Europäische Gemeinschaft, wird dafür sorgen können, dass die globalen Konzerne ihre Marktmacht nicht missbrauchen? Und schließlich: Wer, wenn nicht die Europäische Union, wird die neuen Spielregeln mit Facebook, Google, Microsoft und Co vereinbaren? Österreich kann es allein nicht. Ich bezweifle auch, dass es Deutschland alleine kann. (Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg am 14. 2. 2017).
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Und noch eine Entwicklung bereitet mir in diesem Zusammenhang Sorge: Wie uns Information erreicht und wie diese Information für uns vorselektiert und vorausgewählt wird. Viele von uns speisen ihren Blick auf die Welt mittlerweile aus sogenannten sozialen Medien. (In seiner Rede nach der Angelobung vor der Bundesversammlung am 26. 1. 2023).
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Soziale Medien? Das Bild der Welt wird dort mit Hilfe von Algorithmen gezeichnet, die vornehmlich Informationen filtern und pushen, welche nicht unbedingt wahr sein müssen, aber dafür ein möglichst hohes Aufregungspotenzial in sich tragen. Und die größte Aufregung entsteht nicht durch den objektiven Blick auf die Fakten, sondern durch möglichst radikale Überzeichnung und Verkürzung. (In seiner Rede nach der Angelobung vor der Bundesversammlung am 26. 1. 2023).
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Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Gewöhnen wir uns bitte wieder ab, der puren Logik der Klicks zu folgen. Ich weiß schon, die Überschrift, die am meisten aufregt, generiert auch die meiste Aufmerksamkeit. Aber verdient sie diese wirklich? Ist sie wichtig genug? (In seiner Rede nach der Angelobung vor der Bundesversammlung am 26. 1. 2023).
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Freiherr Wilhelm von Humboldt
Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.
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Dr. Richard von Weizsäcker
On exprime sa propre dignité en respectant la dignité des autres.
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Dr. Richard von Weizsäcker
Ein geklärtes, ruhiges nationales Selbstbewußtsein bleibt für uns selbst und für unsere Nachbarn von großer Bedeutung.
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Dr. Richard von Weizsäcker
Die Möglichkeit, die Natur selbst zu beeinflussen und zu verändern, ist Bestandteil unseres wissenschaftlichen und technischen Tuns.
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Dr. Richard von Weizsäcker
Der Politiker muß seinen Blick von der schimmernden Oberfläche der Dinge in ihre dunkleren Tiefen lenken.
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Dr. Richard von Weizsäcker
In der EU fehlt noch immer eine, uns aus unseren Ländern vertraute, durchschaubare, demokratische, parlamentarisch kontrollierte europäische Politikebene. Hoffentlich machen wir hier Fortschritte.
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Dr. Richard von Weizsäcker
Die EU besteht aus souveränen Mitgliedsländern mit unterschiedlichen außenpolitischen Traditionen und zum Teil auch Interessen. Langsam aber machen wir doch Fortschritte. Heute handeln wir im Kosovo ziemlich einheitlich. Was man im Kosovo wirklich tun kann und erreichen wird, darüber sind sich letzten Endes die Amerikaner auch nicht sehr viel sicherer als die Europäer.
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Dr. Richard von Weizsäcker
Eine Ost-Erweiterung der EU ist in Wirklichkeit eine Vollendung Europas. Denn Länder wie Ungarn, die Tschechische Republik oder Polen sind in keinem geringeren Maße europäisch als Österreich, Deutschland oder Frankreich.
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Dr. Richard von Weizsäcker
Der Staat ist nicht die einzige und schon gar nicht die totale Ordnung. Er ist kein geweihtes Über-Ich und besitzt nicht das Amt der Letztinstanzlichkeit für den Menschen. Aber in aller Vorläufigkeit dieser Erde hat er die Aufgabe, als haltende Kraft dem Menschen zu dienen und ihm die Selbstverwirklichung und Freiheit zu ermöglichen, gerade auch die Freiheit der Schwachen.
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Dr. Richard von Weizsäcker
Wer wissen will, wer wir Deutschen sind, der muss in unsere Vergangenheit schauen.