Zitate zu "Fernsehen"
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Gerd Bacher
Ein unvergleichliches Amtslokal. (Dialog mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl am 17. Juli 1996 beim Empfang durch Bundespräsident Dr. Thomas Klestil in der Wiener Hofburg).
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Gerd Bacher
Er hat einfach mentale Schwierigkeiten im Umgang mit Leuten, von denen er annimmt, man könnte sie für besser erachten als er ist. Große Leute müssen sich große Partner suchen. Man kann nur mit Großen Großes leisten. (Auf die Frage: "Wie stehen sie zu Gérard Mortier?).
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Gerd Bacher
Es gab nur weiß und schwarz, es gibt nur ganz oder gar nicht. Eine der wesentlichsten Überlegungen hin zur Demokratie ist, dass es Schwarz und Weiß, dass es das Totale, das ganz Richtige und das ganz Falsche überhaupt nicht geben kann, dass der gute Kompromiss etwas Anstrebenswertes ist - etwas, was natürlich im Nationalsozialismus zutiefst verachtet war, Kompromissler waren also das Allerletzte. Daher, wenn heute immer noch einer ein Nazi ist, so muss es sich in erster Linie um einen Trottel oder um noch viel Ärgeres handeln. (Gedanken an seinen journalistischen Start bei den Salzburger Nachrichten - Jahrzehnte später wurde er zum "Journalisten des Jahrhunderts" gekürt).
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Gerd Bacher
Es zeigt den Sieg des Kommerziellen und die Niederlage des Öffentlich-Rechtlichen wie kein zweites europäisches Fernsehen auf. Die Italiener hatten mit der RAI einmal eines der mustergültigsten Fernsehen Europas. Aber es findet das statt, was ich eh' immer glaube: Daß das Schlechte siegt. Berlusconi mit seinem Diktum "Programm ist die Zeit zwischen den Werbesendungen" hat gesiegt, auch in der RAI. (Auf die Frage: "Was halten Sie vom italienischen Fernsehen?").
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Gerd Bacher
Freundschaft ist für mich mindestens so viel wert wie Liebe. Freundschaft g'hört für mich zum Herrlichsten, was es im Leben gibt.
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Gerd Bacher
Gerhard Zeiler ist der Einzige, dem die Wiederherstellung des ORF zuzutrauen ist. Zwischen Zeiler und Wrabetz klafft ein Unterschied wie zwischen Kreisky und Faymann.
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Gerd Bacher
Hab' ich g'sagt: "Herr Bundeskanzler, Sie wissen doch ganz genau, dass das, was Sie über mich da die ganze Zeit behandeln, dass das einfach net stimmt." Hat er g'sagt: "Geh', hör'n Sie auf, wie sollen wir denn sonst mit Ihnen fertig werden?". (Reminiszenzen des "Tigers" an Bruno Kreisky, dem der neue ORF jene elektronische Bühne bot, die Kreiskys Talent zum Medienkanzler perfekt entgegenkam).
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Gerd Bacher
Ich bin der Meinung, dass Betriebsräte nicht ihre Vorgesetzten wählen können sollten und ihr Wahlrecht im Fall des Generaldirektors und der Direktoren abgeschafft gehört.
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Gerd Bacher
Ich bin ein Anhänger von Alleinregierungen, die man nach vier Jahren hinausschmeißen kann, wenn sie ihre Arbeit nicht tun.
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Gerd Bacher
Ich bin ein fortschrittlicher Konservativer. Ich bin an der Lösung sozialer Fragen ganz besonders interessiert, weil davon, wie das 20. Jahrhundert gezeigt hat, das Schicksal der Völker in einem ganz außerordentlichen Maße abhängt. Aber ich bin kein Sozialist geworden, ich hab' den Marxismus mein ganzes Leben als den falschen Weg erachtet, wobei mich am Marxismus immer die Diagnose interessiert hat, die war nämlich sehr oft ganz richtig, und ich immer verworfen habe die Therapie. Daran ist er ja auch gescheitert.
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Gerd Bacher
Ich bin ein Ganz-oder-gar-nicht-Mensch. Beraterfunktionen interessieren mich vom Bundeskanzler aufwärts. In Aufsichtsräten oder Vorzimmern herumhängen und ungebetene Ratschläge erteilen, wie das manche Altersgenossen machen, das interessiert mich nicht. (Auf die Frage: "Wie leben Sie im Ruhestand?").
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Gerd Bacher
Ich bin ein Lesetier. Ich glaub' auch, dass ein erheblicher Teil meines beruflichen Erfolges aus dieser Lesewut her rührt. Ich bin der Meinung, dass man durch nichts mehr Bildung, Wissen, Erfahrung sammeln kann als durch Lesen. Ich kenne unzählige Trotteln, die Doktorate haben, aber ich kenne keinen Vielleser, der ein Trottel ist.
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Gerd Bacher
Ich bin ein Macher. "Small is beautiful" ist nicht mein Fall. Heute lebe ich vom Lesen und Reisen. Ich halte mich nirgends lieber auf als in Italien. Ich habe Gott sei Dank einige Freunde, die dort Häuser haben, Franzi Heller zum Beispiel, wo ich es mir im Gästetrakt gut gehen lasse. (Auf die Frage: "Wie leben Sie im Ruhestand?").
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Gerd Bacher
Ich bin einfach der Auffassung, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht weniger modern sein sollte und nicht weniger Zeitgeist bringen sollte. Aber g'scheiter sollte es sein.
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Gerd Bacher
Ich bin fest davon überzeugt, daß das, worüber man sich jetzt so empört, in europäischen Großparteien am laufenden Band stattfindet, von Amerika überhaupt nicht zu reden. Die haben jetzt allerdings andere Sorgen: Die sind auf der Suche nach Wahlurnen. Ich bin der Meinung, daß Helmut Kohl so außer jeder Proportion behandelt wird, weil es den neuen Herrn an Würde und Balance mangelt. Das ist auch typisch deutsch und als Vernichtung eines politischen Übervaters gedacht. (Auf die Frage: "Sie waren Berater von Helmut Kohl. Wie sehen Sie dessen Demontage?").
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Gerd Bacher
Ich bin ja natürlich mit diesen nazistischen Helden, jeder muss irgendein schweres Schicksal erlebt haben, nach Hause gekommen. Und dann haben mich diese Leut', die ja aus Zuchthaus, aus KZ kommen und sich nach der Redaktion stundenlang mit mir zusammensetzen und mir die richtigen Hausheiligen erzählen. Na, das hat mir einfach rasend imponiert. (Reminiszenzen des damals 21-Jährigen, der unbedingt Journalist werden wollte und bei den Salzburger Nachrichten und der Salzburger Volkszeitung volontierte).
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Gerd Bacher
Ich bin nicht unbeteiligt daran, daß Mortier nach Salzburg kam. Ich habe mich sehr gefreut, daß er gekommen ist. Ich freue mich noch mehr, daß er geht. (Auf die Frage: "Wie stehen sie zu Gérard Mortier?).
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Gerd Bacher
Ich glaube nicht, was Ihr da über mich sagt, aber ich höre es gerne. Erinnert es mich doch daran, wie ich hätte sein sollen. (Emotionale Erkenntnis nach einer Lobesrede anlässlich seines 75. Geburtstages am 18. 11. 2000).
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Gerd Bacher
Ich glaube, daß Peter Ruzicka ein hervorragender Mann ist - und ein schwieriger Mann. Aber wenn einer einfach ist, kann man schon sicher sein, daß sich seine Genialität in Grenzen hält. (Über den Mortier-Nachfolger Peter Ruzicka).
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Gerd Bacher
Ich hab' das, wenn ich ehrlich bin, eher mit Skepsis und mit Enttäuschung wahrgenommen, dass mein Vater so kleinmütig ist, und sich vor einem Krieg fürchtet. (Reminiszenzen des damals 12 1/2-Jährigen an seinen Vater, bei dem die anfängliche Begeisterung für den Anschluss der Kriegsangst wich).